Nur wenige Minuten ließ die Antwort des Bundesverbands Photovoltaic Austria (PVA) auf das neue PV-Fördermodell auf sich warten. Und PVA-Präsident Hans Kronberger schießt scharf. "Als harten Knochen mit wenig Fleisch", bezeichnet er das Modell. "Hier fördert nicht der Staat die zukunftsträchtige Sonnenstromproduktion sondern beherzte private Sonnenstromproduzenten den Staat", so Kronberger.
Da der Förderanteil mit 30 Prozent begrenzt ist, muss der Errichter für 70 Prozent der Anlagekosten blechen. Das heißt, zu den 1.300 Euro proKilowatt Peak (kWp) muss der private Betreiber mindestens 3.000 Euro investieren. Dieses Modell werden laut Kronberger nur "hochkarätige Photovoltaiker" annehmen.
Rechnung von Photovoltaic Austria: "Finanzminister der größte Profiteur"
Der PVA addiert die beiden Summen (1.300 Euro Förderung und 3.000 Euro private Investition) und kommt somit auf 4.300 Euro pro kWp inklusive Mehrwertsteuer. Zieht man die Mehrwertsteuer, laut PVA rund 700 Euro, ab, reduziert sich die staatliche Fördersumme um diesen Anteil und liegt damit bei einer Realfördersumme von 600 Euro.
"Bedenkt man den Zusatznutzen wie verringerter Devisenabfluss zum Energiezukauf (Österreich gibt pro Jahr elf Milliarden dafür aus) und die Wertschöpfung für die heimische Wirtschaft inklusive der daraus entstehenden Green Jobs, so ist der Finanzminister der größte Profiteur an diesem System. Daher wäre der Finanzminister gut beraten bei Bedarf die Beschränkung von 35 Millionen Euro sofort nach oben zu öffnen", heißt es seitens des PVA.
Die Retter in der Not könnten laut PVA die Stromversorger sein, indem sie für den Überschussstrom einen fairen Preis anbieten. "In Zeiten von Strommangel, meist um die Mittagszeit, wird der Strom mit Preisen zwischen 90 und 180 Cent gehandelt", heißt es vom PVA.
Einige Stromversorger würden bereits zwischen 13 und 18 Cent bezahlen und das System so wieder wirtschaftlich machen. In diesem Fall sei Sonnenstrom auch für die Stromversorger profitabler. "Nicht die Produktion von Photovoltaikstrom ist teuer sondern in einer gesamtwirtschaftlichen Rechnung der Verzicht darauf", resümiert Hans Kronberger.
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