Betriebe zahlen über Insolvenzfonds schon jetzt für Lehrstellenförderung - Gewerkschaft propagiert wider besseren Wissens Erhöhung der Lohnnebenkosten
Als „unverständlich und sachlich nicht gerechtfertigt“ sieht Wirtschaftskammer-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser den Vorstoß von Gewerkschaftsseite zur Umstellung der Lehrstellenförderung auf ein Umlageverfahren. „Der Vorschlag geht ins Leere: Die geforderte Umlage gibt es de facto schon. 0,2 Prozent der Beitragsgrundlage des Insolvenzfonds, in den ALLE Arbeitgeber-Betriebe einzahlen, steht für die Lehrlingsförderung zur Verfügung.“
Der Vorschlag, von den Unternehmen ein Prozent der Bruttolohnsumme für eine „Fachkräftemilliarde“ abzuverlangen, sei ein plumper Versuch, den Betrieben alle möglichen Kosten aufzuhalsen, die derzeit aus dem Budget oder dem Arbeitsmarktservice gespeist werden. „Österreich liegt sowohl bei den Gesamt-Lohnnebenkosten als auch bei den arbeitgeberseitigen Lohnnebenkosten schon jetzt im EU-Spitzenfeld. Wer vor diesem Hintergrund eine weitere Erhöhung der Lohnnebenkosten propagiert, setzt wider besseren Wissens den Wirtschaftsstandort und Arbeitsplätze aufs Spiel“, warnt Hochhauser.
Lehrlingslücke schließt sich
Die WKÖ-Generalsekretärin weist zudem darauf hin, dass die Anzahl der Lehrlinge im ersten Lehrjahr in Ausbildungsbetrieben 2011 im Vergleich zu 2010 um 1,5 % auf 35.638 gestiegen ist. In den Ausbildungsbetrieben der gewerblichen Wirtschaft ist der Anstieg mit 2,2 % sogar überproportional hoch, während die Zahl der Jugendlichen in überbetrieblichen Lehrausbildungen um 17,8 % zurückgegangen ist. Auf Grund der demografischen Entwicklung ist darüber hinaus noch bis 2015/16 mit einem weiteren Rückgang der Zahl der Jugendlichen um bis zu 8.000 pro Jahrgang zu rechnen. „Die Lehrlingslücke schließt sich Zug um Zug. Das Problem wird sein, Jugendliche für Lehrstellen zu gewinnen“, so Hochhauser.
„Österreich gehört bei der Jugendbeschäftigung zu den Besten in Europa. Für Panikmache gibt es nicht den geringsten Grund. Und für eine Lohnnebenkostenerhöhung, die Arbeitsplätze vernichtet, schon gar nicht“, so die WKÖ-Generalsekretärin abschließend.
Quelle: WKO
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