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Welcher Kabelschuh für welche Anwendung?
2 de Sonderdruck Elektroinstallation A uf dem deutschen Markt sind mehrere hundert verschiedene Aus- führungen von Kabel-schuhen erhältlich. Fürden Elektrotechnikerist es schwierig, ausdem riesigen Angebotden richtigen Kabel-schuh für seine jeweilsspezielle Anforderung zuwählen. Der folgende Beitraggibt einen Überblick über die ver-schiedenen Arten gebräuchlicher Ka-belschuhe für Kupferleiter und erklärt,was bei der Auswahl als Voraussetzungfür eine dauerhaft sichere Verbindungzu beachten ist. Generell lassen sich drei verschie- dene Arten von Kabelschuhen unter-scheiden (Bild 1): • Presskabelschuhe nach DIN 46235, • Rohrkabelschuhe als handelsübliche Normalausführungen sowie • Quetschkabelschuhe nach DIN 46234. Presskabelschuhe nach DIN 46235 Die DIN 46235 definiert die Anwen-dungsbereiche, Abmessungen und dieKennzeichnung von Presskabelschu-hen. So erlaubt die Norm die Verwen-dung dieser Kabelschuhe für die Press-verbindung von ein-, mehr-, fein- undfeinstdrähtigen Kupferleitern. Mögli-che Anwendungen liegen vornehmlichbei Installationen im Bereich der Ver-sorgungsnetzbetreiber (VNB). Die Markierungen auf dem Produkt liefern dem Fachmann wesentlicheInformationen zu Herkunft und Ein-satz des Presskabelschuhs nach DIN46235. Gleiches gilt auch für Rohrka-belschuhe. So bedeutet z. B. die Prä-gung »KL 22 12 - 150«: • KL: Herstellerkennung (in diesem Fall »Klauke«) • 22: Werkzeugkennziffer (nur bei Ka- belschuhen nach DIN 46235) • 12: Größe der genormten metri-schen Schraubenabmessung für denAnschlussbolzen: hier also Schrau-ben M 12 • 150: Vorgesehener Nennquerschnitt des Leiters in mm 2 Darüber hinaus weisen diese Kabel-schuhe auch Markierungen für die Pres-sung auf (Bild 2). Für die Verarbeitung empfiehlt die Norm Presseinsätze entsprechend DIN48083 Teil 1, 3 und 4 für ein-, fein- undfeinstdrähtige Leiter. Für umflochteneRundseile verweist die Norm auf dieAngaben des Herstellers. So empfiehltz. B. Klauke generell 6-Kant-Pressein- sätze nach DIN 48083, Teil 4 für die Verarbeitung der Press- kabelschuhe nach DIN 46235. Die Leiter-Nennquerschnitte der Presskabelschuhe reichen von 6 mm 2 bis 1 000 mm 2 , die Bohrungs- durchmesser für die Anschlussbolzenbetragen zwischen 5 mm und 20 mm.Als Werkstoff ist Elektrolyt-Kupfer nachEN 13600 vorgeschrieben. Aus Gründendes Korrosionsschutzes sind Presskabel-schuhe – ebenso wie Rohr- undQuetschkabelschuhe – galvanisch ver-zinnt. Rohrkabelschuhe: Die handelsüb-liche »Normalausführung« Neben den DIN-Kabelschuhen bietenverschiedene Hersteller auch so ge- Kabelschuhe schlechter Qualität und/oder schlechte Verarbei- tung können zu Bränden führen Kleines Bauteil mit großer Wirkung: Eine schlampige Verarbeitung von Kabelschuhen kann zu erhöhten Übergangswiderständen bis hin zu Bränden führen. Wir zeigen, wie man es richtig macht. Welcher Kabelschuh für welche Anwendung? Quelle: Klauke Bild 1: Die drei Arten von Kabelschu-hen: Presskabelschuh, Rohrkabelschuhund Quetschkabelschuh (v. li. n. re.) Quelle: Klauke Bild 2: Nur der Presskabelschuh nachDIN 46235 (oben) weist die vom Her-steller vorgegebene Anzahl derPressmarkierungen auf Quelle: Klauke Bild 3: Presskabelschuhe (oben) sindi. d. R. länger als Rohrkabelschuhe (unten) Quelle: Klauke Bild 4: Rohrkabelschuhe (links) habenandere Rohrabmessungen als Press-kabelschuhe (rechts) Quelle: Klauke AUF EINEN BLICK Kabelschuhe sorgen für elektrisch si-chere Verbindungen. Wir zeigen, welcher Kabelschuh für welche An-wendung passt und welches Werk-zeug man verwenden sollte.
de Sonderdruck 3 nannte Standard-Rohrkabelschuhe an,die nach EN 13600 aus Elektrolyt-Kupferbestehen. Rohrkabelschuhe unterschei-den sich hinsichtlich ihrer Abmessungenvon den DIN-Kabelschuhen – in derRegel sind sie kürzer als die DIN-Ausfüh-rungen und haben andere Rohrabmes-sungen (Bild 3, 4). Da sie jedoch dergleichen Prüfnorm IEC 1238 Teil 1 unter-liegen, ist die Haltbarkeit der elektri-schen und mechanischen Verbindungdadurch nicht beeinträchtigt. Alle Kabelschuhe – gleich welcher Ausführung – lassen sich nur dannfachgerecht verpressen (ohne Über-oder Unterpressung), wenn man dafürgeeignetes Werkzeug einsetzt. Fehlerbei der Produktwahl oder nicht fach-gerechte Verpressungen können zuerhöhten Übergangswiderständenführen und in der Folge zu Tempera-turerhöhungen oder sogar zu Bränden(Bild 5). Um diese Folgen auszuschlie-ßen, empfiehlt z. B. Klauke für die Ver-pressung seiner Rohrkabelschuhe aus-schließlich die Verwendung derentsprechenden Presswerkzeuge die-ses Herstellers. Quetschkabelschuhe nach DIN 46234 Auch für Quetschkabelschuhe nachDIN 46234 gelten normative Vorgabenhinsichtlich Anwendungsbereichen, Abmessungen und Kennzeichnung. AlsAnwendungsbereich dieser Kabel-schuhe nennt die Norm Kabelverbin-dungen von mehr-, fein- und feinst-drähtigen Leitern. Wichtig: ImGegensatz zu Presskabelschuhen nachDIN 46235 eignen sich Quetschkabel-schuhe nach DIN 46234 nicht für eindrähtige Massivleiter. Die Leiter-Nennquerschnitte von Presskabelschu-hen reichen von 0,5 mm 2 bis 240 mm 2 ; die Bohrungsdurchmesser für dieAnschlussbolzen von 2 mm bis 16 mm.Mögliche Einsatzgebiete liegen imSchaltschrankbau oder auch in Fahr-zeugen von Verkehrsbetrieben. Quetschkabelschuhe bestehen eben- falls aus Elektrolyt-Kupfer entspre-chend den Vorgaben der EN 13600. Sieunterscheiden sich jedoch hinsichtlich des Ausgangsmaterials. Während dieHerstellung von Presskabelschuhen ausRohren erfolgt, werden Quetschkabel-schuhe aus Blechen hergestellt. Kon-struktionsbedingt weisen sie deshalbeine Lötnaht auf, da die DIN einerundum geschlossene Hülse vor-schreibt. Hinsichtlich der Presswerk-zeuge existieren keine normativenVorgaben; z. B. empfiehlt Klauke seineselbstentwickelten Dornpresswerk-zeuge. Nützliche Verarbeitungshinweise Die Auswahl des richtigen Kabelschuhshängt entscheidend vom zu verarbei-tenden Kabeltyp ab. Für Kabel nachDIN 57295 kann man folgende Kabel-schuhe verwenden: • Kabel der Klassen 1, 2, 5 und 6: Press- kabelschuhe nach DIN 46235 • Kabel der Klasse 2: Rohrkabelschuhe • Kabel der Klassen 2, 5 und 6: Quetsch- kabelschuhe In der Praxis kann es bei Kabeln derKlassen 5 und 6 jedoch passieren, dasshochflexible Leiter nicht in die vorgese-henen Kabelschuhe passen. In solchenFällen bieten sich z. B. die so genanntenF-Kabelschuhe von Klauke als Lösungan. Diese haben einen größeren Innen-durchmesser, sind zusätzlich aufgewei-tet und werden mit Dornpresswerkzeu-gen verarbeitet (Bild 6). Elektroinstallation MEHR INFOS: Zugehöriges Praxisproblem www.de-online.info/exclusiv/de-gesamtinhalt/2006/de_09_06/DE_09_06_PP04.pdf Buch zum Thema Schmolke, Herbert: Auswahl undBemessung von Kabeln und Leitun-gen, ISBN 978-3-8101-0263-8 www.de-online.info/shop/fachbuecher/schmolke_kabel.html Bild 5: Falsche und korrekte Verpressung im Vergleich: Eine nicht fachgerechte Verpressung (links Überpressung, MitteUnterpressung) oder die Verwendung eines falschen Presswerkzeugs kann zu erhöhten Übergangswiderständen führenund die Sicherheit einer Anlage gefährden; rechts eine korrekte Pressung Quelle: Klauke falsch falsch richtig Bild 6: Wenn Kabel der Klassen 5 und6 nicht in herkömmliche Kabelschuhepassen, kann man auf die aufgeweite-ten F-Kabelschuhe ausweichen Quelle: Klauke Bild 8: Hochwertige Rohrkabelschuhe(oben) weisen eine saubere und senk-rechte Endenbearbeitung auf Bild 7: Der längere Schaft des Kabel-schuhs (oben) sorgt für eine qualitativhöherwertige Verbindung Quelle: Klauke Quelle: Klauke
de Sonderdruck Für die Verarbeitung der DIN-Kabelschuhe sind Presswerkzeuge mit Kennziffereinsätzen nach DIN48083 Teil 4 zu verwenden. Bei Rohrkabelschuhensollte man die Werkzeugempfehlungen der Herstel-ler in den Verkaufsunterlagen beachten. Elektrische und mechanische Eigenschaften Für die elektrischen und mechanischen Eigenschaf-ten von Kabelschuhen gilt die internationale NormIEC 1238 Teil 1. Sie legt die Anforderungen fest, dieeine elektrische Verbindung für einen dauerhaftsicheren Betrieb in der vorgesehenen Anwendungerfüllen muss. Sie beinhaltet neben einer mechani-schen Zugprüfung auch eine elektrische Haltbar-keitsprüfung. Dazu simuliert ein Prüfzyklus denPraxiseinsatz: Die Verbindung wird dabei 1000 Malauf ca. 120 °C erhitzt, um die morgendlichen Span-nungsspitzen in den öffentlichen Stromnetzen nach-zuahmen. Dazwischen erfolgen Hochstromprüfun-gen mit Temperaturen um 250 °C. Die Verantwortung für die Einhaltung der norma- tiven Anforderungen liegt beim Hersteller derKabelschuhe. Deshalb geben diese auch die Verwen-dung der jeweiligen Kabeltypen für ihre Kabel-schuhe vor. Über die normativen Vorgaben hinaus stellen renommierte Hersteller weitere Anforderungen andie Produktqualität. So werden z. B. die Kabel-schuhe von Klauke in einem zusätzlichen Ferti-gungsschritt »weichgeglüht«, um Verhärtungenund Spannungen aus dem Material zu nehmen undso die Bruchgefahr zu verringern. Das steigert dieDauerhaltbarkeit und macht die Kabelschuheunempfindlicher z. B. gegen Vibrationen. Auch des-halb empfiehlt sich grundsätzlich die Verwendunghochwertiger Kabelschuhe von Markenherstellern(Bild 7). Die Qualität von Kabelschuhen lässt sich meist schon an optischen Merkmalen erkennen. Eine grat-freie Fertigung sowie ein gleichmäßig ebener Auf-schraubbereich weisen ebenso auf ein hochwertigesProdukt hin wie eine saubere Endenbearbeitung desrechtwinkligen Rohrstücks (Bild 8). Ausblick: Sonderkabelschuhe Mit den hier aufgeführten Kabelschuhen lassen sichnahezu alle Standardanforderungen der täglichenPraxis fachgerecht und sicher umsetzen. Eine Reihevon Anwendungen wie z. B. Massivleiter oder Schalt-geräteanschlüsse erfordern jedoch Sonderkabel-schuhe, die wir in einer der nächsten Ausgaben vor-stellen werden. Lutz Remmel, Anwendungstechnik & Application Engineering, Gustav Klauke GmbH, Remscheid Ein aufklappbarer Universalkopf macht die Aufnahme von Adaptern und Einsätzen für verschiedene Anwen- dungen schnell und einfach möglich. Mit einem 360° stufenlos drehbaren Kopf und einer eingebauten Zwei- stufenhydraulik unterstützt die Klauke Multi Ihren pro- fessionellen Einsatz überzeugend. Durch die Funktion Schnellstopp sowie den automatischen Rücklauf nach vollendeter Pressung können Sie mit der Klauke Multi zudem auf Arbeitssicherheit setzen. Weitere Informationen finden Sie im Internet auf www.klauke.com Pressen, schneiden und lochen ohne Gerätewechsel und das beiUmgebungstemperaturen von -20°C bis +40°C – dauerhaft! Heißkalte Versuchung zwischen -20°C und 40°C – die Klauke Multi.